Katze „Chilli“

 

 

Winkt die Katze mit der Tatze,

 

irgendwas im Auge hat se'.

 

Ihr Augen werden schmal,

 

der Rücken duckt sich allemal,

 

sie zittert mit des Schwanzes Spitze,

 

schon spürt sie eine große Hitze,

 

die sie nicht benennen kann,

 

und dann kommt der Moment heran,

 

Absprung, Flug, ist alles eins,

 

Kralle vor, das ist jetzt meins,

 

ob Vogel, Blättchen oder Maus,

 

Besitzansprüche müssen raus,

 

die sie dringend geltend macht

 

und dann funkelnd drüber wacht.

 

Heut ist ihr das sehr gut gelungen,

 

ihr Schnurren hat sehr lieb geklungen.

 

K.F. 2/16

 

 

Inspiriert durch ein Katzenbild von

 

Gerti Janak auf FB

...

 

 

Alles Fisch! --- oder „Der Frischer und sin Fru“

 

 

In einem Ort bei Fischbeck

 

da gab es kürzlich „Heck-Meck“,

 

weil ne schöne Fischersfrau

 

oft Fische kochte „Karpfen blau“.

 

 

 

„Das ist ein schönes Fischgericht,

 

warum schmeckte es Dir nicht?“

 

Er hat den Magen schon so voll,

 

der Tag war heute nicht so doll.

 

 

 

Sie drängt partout, er solle essen

 

und dann das Angeln nicht vergessen.

 

Er vergißt sich und den Fisch

 

und der Fisch springt glatt vom Tisch

 

 

 

und der Köchin ins Gesicht

 

im hellen, klaren Mittagslicht.

 

Sie geht darauf zum „Fischgericht“,

 

was durch Neuheit stark besticht.

 

 

 

Den Vorsitz führt hier Fischers Fritz,

 

„Hören Sie, das ist kein Witz!

 

Sie hat eine Fischbißstelle...“

 

und der Fischer meint ganz helle

 

 

 

„Himmel, Arm und Unterrock,

 

wir eröffnen einen Fischkiosk,

 

Dein Gesicht ist die Reklame,

 

meine liebste, kleine Dame!“

 

 

 

Der Richter ist sehr einverstanden,

 

dass sie selbst ne Lösung fanden.

 

„Sie bekommen von mir fein und frisch

 

zur Eröffnung einen Fisch!“

 

K.F. 7/15

...

 

Krähenliebe

 

Wenn die Krähenhähne krähen,

 

wollen sie auf Brautschau gehen,

 

locken „Krah“ ein Weibchen an,

 

das willig ist,... verstehen kann.

 

 

 

Doch ist der Hahn ein wenig ruppig,

 

findet sie das gar nicht puppig,

 

empfindet es vielleicht als Schmäh,

 

Sie sagt Tschüß, in Worten: „Kräh“.

 

 

 

Dann kommt der nächste Tag heran,

 

der neue Liebe bringen kann.

 

Es kräht ein junger Hahn voll Stolz,

 

schön und schlank, aus gutem Holz.

 

 

 

Da ist sie schon voll. angetan,

 

weil der es zu was bringen kann.

 

Sie sagt ein wundersames „Kra,

 

wenn Du willst, sind wir ein Paar.“

 

 

 

Er kräht voll Lust, voller Entzücken,

 

das ganz allein aus freien Stücken.

 

Sie fliegen zärtlich in die Nacht

 

und nur der alte Vollmond wacht.

 

 

 

Der nächste Tag sieht sie „scharwenzeln“

 

und heftig um einander tänzeln.

 

Die Zeit verfliegt: „Ei, Ei, der Daus“,

 

das sieht nach jungen Krähen aus.

 

 

 

Sie gedeihen einfach prächtig,

 

sind auch schon der Sprache mächtig,

 

piepsen hungrig „Kräh und Kra,

 

sind denn die Alten nicht bald da?“

 

 

Karin Fluche

...

 

 

 

Vogelgespür

 

Die Meisen flöten Weisen

 

zart und wundersam

 

und Krähen üben krähen

 

wie des Nachbars Hahn.

 

 

 

Amselpaare suchen sich

 

schau’n ins alte Nest,

 

springen durch’s Gebüsch,

 

ob der Bau noch fest.

 

 

 

Wetterhahn hat’s im Gefühl,

 

wenn linde Lüfte weh’n,

 

ist der Tag auch etwas kühl,

 

er kann den Frühling seh’n.

 

 

 

Kuckuck ruft aus seiner Uhr,

 

dass es wohl höchste Zeit,

 

etwas Grün in der Natur,

 

zieh an Dein Ausflugskleid.

 

 

 

Jonas Storch ist früher da,

 

als in den ander’n Jahren,

 

da blieb er noch in Afrika,

 

mit vielen Storchenpaaren.

 

 

 

Vögel wissen es alsbald,

 

Frühling – ich komm’ wieder,

 

ist es nachts noch etwas kalt,

 

tags putz ich mein Gefieder.

 

 

Karin Fluche 2/15

...

 

 

Tierisches Rätsel

 

Er komm zu uns aus weiter Ferne,

 

nicht China, nicht Amerika,

 

im Walde nicht geseh'n so gerne,

 

ist heimlich eingereist sogar.

 

 

 

Er liebt die Blätter vieler Bäume,

 

sitzt am Stamm und im Geäst,

 

nutzt ungefragt die Lebensräume,

 

die man bisher für ihn läßt.

 

 

 

Er ist ein Bock, doch Ziege nicht,

 

ein kleiner dunkler Zangengreifer,

 

was nicht g'rade für ihn spricht,

 

dafür frisst er mit viel Eifer.

 

 

 

Er hat ja einen langen Namen,

 

der vier Einzelworte hat,

 

die alle aus Fernost mitkamen,

 

aus einem Erdteil, Land und Stadt.

 

 

 

Wem das Rätsel ist zu schwierig,

 

dafür hab ich doch Verständnis,

 

und die Gedanken zu langwierig,

 

der nimmt die Lösung hier zur Kenntnis,

 

 

 

doch so einfach mach ich's nicht:

 

Rückwärtslesen, das ist Pflicht

 

 

(REFÄK-KCOB-ZLOH-BUAL)

 

 

K..F 9/15

 

 

Schwestern

 

Eine Ameise, so flink und klein,

 

tat, als müsst’ es einfach sein,

 

lief über meine linke Hand

 

so dass ich diese Worte fand.

 

 

 

In einem Bernstein, goldgefunkelt,

 

Zeit hat ihn leicht nachgedunkelt,

 

die Ameise scheint laufbereit,

 

die Schwester aus vergangener Zeit.

 

 

 

Ein sehr feines kleines Blättchen

 

dient ihr wohl als Reisehäppchen,

 

Sie war arglos, überrascht,

 

hat vom Rindensaft genascht.

 

 

 

Eine Tanne, wuchtig schwer,

 

stürzt plötzlich in das wilde Meer,

 

ihr „Blut“ ergießt sich über sie,

 

aus Schutzgefühl, aus Sympathie.

 

 

 

Erst nach vielen tausend Jahren,

 

sollten wir von ihr erfahren,

 

als ein Kind vom Ostseestrand,

 

wie ein Geschenk sie wiederfand.

 

 

 

Eine Ameise, so flink und klein...

 

 

Karin Fluche 3/15

...

 

 

Maden-Ballade

 

Die kleine Made

 

aus Coppenrade

 

lebt in der Panade.

 

Doch die aus der Lade

 

schmeckt etwas fade,

 

das findet sie schade.

 

 

 

Die kleine Made

 

Aus Coppenrade

 

Liebt Duft von Pomade

 

und Stiefel an Wade

 

vom Marquis de Sade

 

zur Zeit der Parade.

 

 

 

Die kleine Made

 

aus Coppenrade

 

nascht Marmelade.

 

Man fand sie gerade.

 

Sie klatscht ohne Gnade

 

An Häuserfassade.

 

 

 

Ach, kleine Made

 

aus Coppenrade!

 

 

Karin Fluche 3/15