Amaryllis 2010

Die Naturfreunde unter uns finden hier eine wunderbare Blumen- und

 Baumlandschaft,  mit Liebe gemalt und getextet, mit dem Herzen gesehen...


Gehen Sie einfach spazieren...

 


 

 

 

Ein „Baum“-Jahr

 

Fast wie im Traum, unbeweglich und starr –

so steht unser Baum im noch sehr jungen Jahr.

Er reckt dürre Zweige wie Finger empor

Ich könnte ihm glauben, daß er wohl fror.

 

Schon haben wir März, das Frühjahr naht

und der Baum treibt schon Knospen, klein und zart.

Er entfaltet nur langsam die zartgrünen Blätter,

beschützt sie förmlich vor unstetem Wetter

 

Das Jahr schreitet voran und der Sommer kommt

die Wärme, der Regen dem Baum gut bekommt.

Er zeigt sattgrüne Blätter in all ihrer Pracht,

und über Nacht

sind winzige Früchtchen zum Leben erwacht..

 

In unserem Baum singt heute der Wind,

die Früchte am Zweig erwachsen jetzt sind.

Der Baum steht gebeugt unter der schweren Last,

und hast Du gesehen, - schon bricht ein Ast.

 

Süß duften die Früchte im Weidenkorb,

da liegen am Morgen -, -die Sonne schwach-rot,-

die gelb-roten Blätter tot unter dem Baum,

ein Nebelstreif fliegt, ein herbstlicher Traum.

 

Der Mensch beschneidet dem Baum noch die Zweige,

auf daß sich im Frühjahr das Blattwerk neu zeige.

Der Baum leidet still, sicher tut es ihm weh.

Sein Jahr ist vollendet und bald schon fällt Schnee.

 Karin Fluche, 16.11.04

...

Ein schöner Tag

 

Ein Tag voller Sonne –

Und es lächelt die Welt

Ein Tag voller Licht –-

vom Himmel heut fällt

 

Ein Tag voller Wärme -

Hat so lang uns gefehlt

Ein Tag voller Frieden -

Als wichtigster zählt.

 

Ein Tag voller Freude -

In des Kindes Gesicht

Ein Tag zum Verlieben –

Warum auch nicht ?

 

Ein Tag voller Farben -

und Blumen für Dich!

Ein Tag voller Schönheit ----

Ich schreib‘ ein Gedicht.

...

 

   Ein besonderer Tag

 

Ein besonderer Tag, ---

dieser Tag zwischen den Tagen.

Und was ist das für einer?

- So könntest Du fragen.

 

Heute ist Jetzt,

ein Moment, eine Stunde,..

unwiederbringlich ...---

und schon macht der Zeiger

wieder die Runde -

Die Zeit ist vergänglich.

 

GestrigerTag,

gelebte Vergangenheit,

Gedanken an Morgen,

was hält die Zukunft für uns bereit?

 

Heute,

so könnte man sagen,

ist ein Tag zwischen den Tagen.

Ein Tag zwischen

Gestern und Morgen -

mit anderen Freuden,

anderen Sorgen ....

 

Heute.

Ein besonderer Tag.

 

Karin Fluche

...

 

 Frühling im November

 

Winterjasmin blüht im November,

hat Ruhe sonst bis Februar.

Margarite und Kokarde,

 

Sommerblumen, wie ich meine,

sind bis September doch nur da

Doch heute blühte wieder eine.

 

Es blüht wieder rot auch die Kornrade

und Primeln leuchten aus dem Laub.

Wolken schnell am Himmel ziehn’n

 

und unter unserem Rosenstocke

blüht schüchtern eine Jungfer Grün,

auch das Schleifenkraut versucht’s gerade...

 

Die Luft ist mild, der Himmel weint.

Schau her, was sind das nur für Zeiten,

wenn November wie im Frühling scheint?

 

Karin Fluche

...

 

Entschwunden

 

Oh, Du leichtbekleidete luftige Sommerzeit,

bist so schnell uns entschwunden,

trägst bald schon Stiefel zum Winterkleid,

für Monate, Wochen, Tage und Stunden.

 

Hast pünktlich getan, was manche erwarten,

und jemand drehte am Zeiger der Uhr,

doch ich sehe Dich lieber im grünen Garten,

leichtbekleidet, blumenbekränzt - Sommernatur.

 

K.F.

...

Stoppelfelder

 

Herbstlich leere Ackerflächen,

soweit das Auge reicht.

Wolken ziehen mit dem Wind,

am Himmel grau und weiß.

Alter Baum am Wegesrand

will sich zur Erde neigen.

Ein Band liegt in der Kinderhand,

die Drachen sollen steigen.

Sieben Löcher in der Runde,

der Wohnort einer kleinen Maus.

Vogelschwärme machen Krach,

geben sich vom Abflug Kunde --

Stoppelfelder liegen brach -

ruhen nun vom Jahr sich aus.

 

Karin Fluche

...

 

Herbstfantasie

 

Mittagsdunst und Essenschwaden.

Der Wetterhahn sitzt auf dem Dach.

Er macht das schon seit vielen Jahren,

und über längst vergangene Zeiten

denkt er voller Wehmut nach.

 

Da rutscht unter ihm ein Ziegel

und er gleitet auf dem Wind

mit weit gespanntem offenen Flügel.

Ach, er freut sich wie ein Kind.

 

Letzte Vögel lassen grüßen,

winken ihm, sich anzuschließen. -

Ja, er will nur immer fliegen,

fliegen hoch im Wind,

fliegen über weite Felder,

die jetzt Stoppelfelder sind.

 

...

 

Strahlengesicht

 

Sonnenblume – Auge des Sommers,

- Strahlengesicht

Du lächelst besonders,

drehst Dich heiter ins Licht..

 

Sonnenblume – auf meinem Teller,

auf meinen Decken –

Was willst Du mir sagen,

willst Du mich necken?

 

Sonnenblume – stehst Du im Garten?

Bei uns dicht am Haus?

Wo Du auch bist, -

siehst wunderschön aus.

7/06

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„Unsere“ Birke

 

Eine Birke vor unserem Fenster steht,

wir tauften sie kühn „unsere“ Birke.

So schön, wenn der Wind von Süden weht

zu ihrem und zu unserem Glücke.

 

Sie trug einst ein langes grünes Kleid

und üppig blühte im Mai der Flieder,

wohl zur allerschönsten Zeit,

dann winkte sie uns zu,.. wieder und wieder...

 

Heute sieht „unsere“ Birke fast filigran aus.

Ihr Laub tanzt am Boden, sie verliert an Gewicht.

Kürbis, Kastanien – ein Herbstblumenstrauß...

Diamanten aus Wasser brechen das Licht.

 

In Deinem Gesicht spiegelt sich verborgene Sonne.

Frau Amsel versteckt ihr Gesicht im Gefieder.

War nicht gestern noch Sommer?

Und „unsere“Birke winkt matt, wieder und wieder

31.10.06

...

 

Blätter-Schicksal

 

Birken-, Linden-, Ahornblätter

Nass am Boden - Regenwetter -,

wollten gern am Zweig noch tanzen,

weil gesund im Großen – Ganzen.

 

Baum, der ihnen Halt gegeben,

steht traurig-hilflos daneben

und eine Träne rollt vom Stamm,

weil er’s nun mal nicht ändern kann.

 

Doch kleines Kind mit buntem Band

Geht singend an der Mutter Hand,

sucht sich die schönsten Blätter aus,

bringt sie voll Freude mit nach Haus.

 

Welches Glück in dieser Phase -

Zufluchtsstätte Blumenvase.

Blätter-Schicksal – vorbestimmt –

Von der Natur und auch vom Wind.

 

Karin Fluche 10/2009

...

Einfach nur schön....

 

Sonnentag - ein Geschenk

Für Körper und Seele.

Atmen fällt Dir heut so leicht,

willst tanzen, singen, fliegen...

 

Ein windstiller Himmel

malt in einem klaren Blau,

unendlich weit und hoch

Heiterkeit und Träume.

 

Das zaghafte Lächeln

Der Natur spiegelt sich

glänzend in Deinen Augen:

„Einfach schön, hier zu sein!“

 

Karin Fluche

...

Wildgänse rufen

 

Wie kalter Atem auf schläfriger Haut

Streift leiser Hauch den stillen Baum.

Nur leises Zittern, kein einziger Laut.

Fünf Blätter erbeben im Nebel-Traum.

 

Wildgänse rufen, die niemand sieht.

Seltsame Stunde voll Unwirklichkeit.

Schatten tanzen zum wortlosen Lied.

Nähe von Dir zur Herbstschleierzeit.

 

Karin Fluche

...  

 

Im nachtschwarzen Baum

hängt reglos der Mond.

Vogel ruft träumend.

Hoch oben er wohnt.

 

Mond geht den Weg

auf Wolken der Nacht.

Ein Tag wird geboren.

Der Vogel erwacht.

...

Und hier noch etwas "Ungereimtes" -

ganz neu...

Himmelsfarben

 

Schneereste

malen kleine weiße Tupfen

in den Vordergrund.

Eingerahmt von filigranen Bäumen.

 

Abendwolken,

grau-blau, samtig-weich.

Über allem ein

himmlisches Meer durchsichtiger Bläue.

 

Feuerinseln,

glühende Vulkane mit grauen Ascherändern.

schwimmen zu einem

unbekannten Ziel..

 

Farbenvielfalt.

Sekunden sinken in die Schwärze der Nacht.

Ohnmacht der Worte,

diese Pracht zu beschreiben.

 

Karin Fluche 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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