Mit spitzem Pfeil ist gutes Schießen!

 

Krankhafte“ Überlegungen

 

Mein Gott, wenn ich Dich bücken seh,

tut mir sogleich der Rücken weh.

Die Bronchien röcheln einen Sound,

 doch der Patient ist gut gelaunt

 

 Ist es kalt, kommt Eis und Schnee

deck man sich ein mit Blasentee,

nein, nicht die Blasen an den Händen,

 die keine Heilung dadurch fänden.

 

Fettprobleme mit der Leber?

 Irgendwas hat schließlich jeder.

Das könnte „Alu..lol“ wohl sein,

auch Gallenstein, ganz lupenrein.

 

Bei allzu großen Hühneraugen

Augentropfen auch nicht taugen.

Dauertränen, Liebesschmerz?

Psycho... kommt erst dran im März!

 

Krampfgeschehen in der Wade?

 So gesehen, auch nicht schade,

zeigt, dass Du noch Leben hast

 und nicht irgendwas verpasst.

 

K.F. 9/16

 

Zungensalat der besonderen Art

 

Man nehme reichlich spitze Zungen,

mariniert, mit Witz durchdrungen,

gebe Gärtnerwein darüber

und je mehr ist desto lieber.

 

Ne echte Dose Holpersteine,

gemischt in große und auch kleine

und ein paar Grammatiklöcher

frisch aus dem Gedichteköcher,

 

Hübsche „Fremdwört“ drüberstreu’n

und der Genießer wird sich freu`n,

Etwas Pfeffer durch Erotik,

int’ressant schmeckt’s mit Exotik.

 

Mit zwei „Langsamsprecher-Schnecken“

kann man das Gemisch bedecken.

Ein hohler Keks als Wirkstoffzeichen

ist mit gar nichts zu vergleichen.

 

Zur Zierde nimmt man Blattspinat,

damit das Auge auch was hat.

Man serviere guten Mutes,

auch ein leichtes Lächeln tut es!

 

Wem der Salat hier ist zu fett,

na, der lege sich ins Bett,

trinke einen Tee aus Flieder

und versuch es morgen wieder!

 

Karin Fluche 3/14

 

 

Zweierlei Mist

 

Ein Esel fasste sich an’s Ohr,

das kommt bei Eseln selten vor,

als Text er in der Zeitung fand,

den er nicht so recht verstand.

Er merkte sich die Stelle vor,

knickt in den Rand ein Eselsohr.

 

Ein Junge aus dem Orte Reesen,

für sein Alter recht belesen,

spricht den Esel freundlich an:

„Ein Eselsohr, oh Mann, oh Mann!

Der Lehrer sagt, das macht das nicht,

sieht schlecht aus bei jedem Licht.“

 

Der Esel hat dafür Verständnis,

winkt mit den Ohren als Bekenntnis.

Doch die Sache mit dem Text

Ist ihm nach wie vor verhext.

Der Junge liest die gleiche Stelle,

wie gesagt, er ist ja helle.

 

„Das ist Nonsens, ohne Sinn

und Wichtiges ist mehr nicht drin!“

Der Esel spricht mit kluger List:

„Na, nicht nur ich mach häufig Mist!“

Der Junge klopft des Esels Bauch:

„Mach weiter Mist, wie and’re auch!“

 

Karin Fluche 8/14

 

 

 

Die Uhr macht’s krank, den Menschen auch!

 

Schon wieder an den Zeigern dreh’n,

nur um die Sommerzeit zu seh’n?

Das macht die Uhr nicht lange mit,

tack, tack, tack und dann noch klick!

Nun gonget sie und spielt nicht mehr,

so schlau ist man erst hinterher.

Meine Uhr ist stumm für alle Zeit.

Das  tut mir ausgesprochen leid.

 

Sie hat für mich was aufgegeben,

weil ich’s so wollte einfach eben.

Eigentlich, da wollt ich’s nicht,

doch alle, alle machen mit,

weil damals ein Beschluss gefasst:

„Mehr Zeit in unser Leben passt.

Leute, in die Hände gespuckt,

wir steigern das Bruttosozialprodukt.“

 

Doch inzwischen ist erkannt

Überall in jedem Land:

Man kann an der Uhr wohl dreh’n,

doch Positives auch nicht seh’n.

Aber  trotzdem immer weiter,

„An die Zeiger! Auf die Leiter!“

gleich zweimal in einem Jahr,

die Uhr macht’s krank, ganz offenbar!

 

(... und mich auch!)

 

K.F. 3/14

 

 

Fußball-Meinungen

 

Das Fußballfest die Welt entzückt,

die Fernsehräume gut bestückt

mit sehr vielen Laienschützen,

Bierkonsum und bunte Mützen.

 

Und so viele wissen’ besser,

reden laut und immer kesser.

Kritik schwebt in der Atmosphäre,

weils anders einfach besser wäre!

 

Meinungsfreiheit wunderbar!

Schuss und Schrei, das Tor ist da!

Haben sie’s auch richtig mitgekriegt,

dass der Ball schon drinnen liegt?

 

Nee, wie war das wunderschön,

doch das Tor selbst nicht geseh’n,

weil’s Streiten doch so wichtig war,

um des Kaisers Bart und Haar.

 

Karin Fluche 6/14

 

 

Mit Sinn

 

Ist der Reim auch noch so klein,

so muss er doch voll Inhalt sein,

denn ohne dem, so gar nicht fein –

ist er nicht schön und gar gemein.

 

Er wär’ zu öd und faul und leer.

und  Leser tun sich damit schwer.

Frage: Kommt davon noch  mehr?,

kommen schnell nicht wieder her.

 

Einem Vers gut Sinn gegeben,

wie’s eigentlich so ist im Leben,

das kann die Phantasie nur heben,

lässt das Wort des Dichters leben.

 

Karin Fluche 2/14

 

Suppe mit Einlage

 

Ich koche gern, ich koche gut

Und manchmal auch aus Wut.

Wenn die Speis’ nicht so gelingt,

wie ich’s wollte, unbedingt,

ja, dann rauf’ ich mir die Haare

und ich nicht mit Worten spare,

die gesalzen und gepfeffert sind,

nicht geeignet für ein Kind.

 

Eß ich ein Süppchen  im Lokal,

na, dann prüf’ ich allemal,

ob da auch wohl alles drin,

was mir selbst kommt in den Sinn

und kaum zähle ich bis “Drei“,

ist gewiss ein Haar dabei,

das wohl von der Köchin stammt,

deren Bild hängt an der Wand.

 

Hat sie sich auch das Haar gerauft

Und hochrot vor Wut geschnauft,

als sie was Kleingedrucktes las

und sogar noch mehr als das?

Die Klausel ist’s im Dienstvertrag,

die ihr missfällt, die sie nicht mag.

Sie ist das Haar in ihrer Suppe.

„Sie haben’s  unterschrieben, Puppe!“

 

Karin Fluche 7/14

 

 

Der springende Punkt

 

Sie diskutieren und reden

Über alles und jeden.

Über Dieses und Jenes

Und weniger Schönes.

Man kommt zur Sache

Spricht deutliche Sprache

vom springenden Punkt.

 

Ich sagte: „Von wegen...“,

„will kurz überlegen...

was ist da so wichtig,

ich begreife nicht richtig...“

Jemand griff zur Erklärung:

„Also das mit der Währung,

das ist der springende Punkt.

 

Weil ich’s wieder nicht weiß,

wird mir’s  schon heiß

So leg ich ne’ Note,

ne blaue, ne rote,

geschwind auf den Tisch

und sage frisch:

„Wo ist hier der springende Punkt?“

 

„Ich kann keinen Punkt sehen,

wenn Sie verstehen...,

und wenn der auch noch springt.

Ob das wohl was bringt?

Vielleicht ist’s nur ein Floh

Oder ne Laus irgendwo,

Als springender Punkt.“

 

Das Forum entschied

als Ende vom Lied.

Ich habe Redeverbot,

sonst alles im Lot.

Also, das sind so Sachen,

die sind wirklich zum Lachen.

 

Das ist der springende Punkt.

 

 

K.F. 2013

 

 

Informationsflut

 

Vieles wird ja  überlesen,

was erst gestern ist gewesen.

Dramatisch war’s,  hochaktuell.

Doch die Zeit fliegt gar zu schnell.

Brisante Themen – alter Hut,

der längst schon bei den Akten ruht..

 

Heut wird  Neues schon verkündet,

das eigentlich erst morgen zündet.

Immer einen Schritt voraus,

damit nichts Altes kommt ins Haus.

Der Leser ist oft überfordert,

hat’s nicht gelesen, nicht geordert

 

und ganz einfach überhört,

ist von gestern noch verstört.

Da grübelt man noch über Nacht,

„Ja, wer hätte das gedacht“...

Spricht bei seinem Nachbarn dann

dieses starke Thema an.

„Uraltthema, längst verweht...

Mensch, Du bist nicht up-to-date!“

 

Karin Fluche 1/14

 

Fatal

 

Ein Esser, sehr gesättigt, spricht:

„Die Soße war heut ein Gedicht

und wie stets mein Leibgericht.

Besser kochen  könnt ich nicht“!

 

„Wie bin  satt, ich armer Wicht“.

Schmunzeln zieht in sein Gesicht,

als er  im letzten Abendlicht

genüsslich einen Kloß ansticht.

 

„Auf’s Dessert ich heut verzicht’,

halt’s jedoch für meine Pflicht

zu schreiben einen Test-Bericht

ganz speziell aus meiner Sicht“...

 

als er sich unterm Tisch er...

 

 

Karin Fluche

 

 

 

Silvester gibt’s Fisch

 

Das ist hier üblich

Noch ist er ganz frisch,

glänzend und friedlich.

 

„Ein schönes Rezept:

Fisch grün oder blau

Ist  im Kochbuch versteckt“

Versichert ne’Frau.

 

Fisch schwimmt umher,

lebt froh in der Wanne.

Dann kommt er daher,

der Mörder im Manne.

 

„Jetzt geht’s Dir an’s Leben“,

gluckst noch der Täter.

„Warum und wieso,

erzähl’ ich Dir später“.

 

Er steigt mit dem Messer

Sehr mutig ins Nass.

Der spätere Esser

Fängt auch irgendwas.

 

Das Messer sticht zu,

der Mann schreit auf,

und Blut ist im Schuh.

Der Fisch ist wohlauf.

 

„Der Doktor kommt her“

spricht weise der Sohn,

„das blutet zu sehr!.

Er muss auf Station.“

 

Spät ist es indessen...

Die Schwester fragt frisch:

„Woll’n Sie was essen?

Silvester gibt’s Fisch!“

 

Karin Fluche