Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten...

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„In einem verschwommenen Traum sehe ich mich am Ufer des weiten Sees „Erinnerungen“ stehen.

Am Steg liegt bereits das Boot „Gedanken“ und ich steige ein. Sie sind herzlich eingeladen, mitzufahren, denn Sie können hier viele Freunde treffen...... „Leben – Damals – Heute – Zukunft – Immer“ und  andere vertraute Gesichter.---

Sind Sie bereit?

Die Fahrt geht nun los, mit Ihnen, mit mir und wenn Sie mögen, machen wir Halt an interessanten oder versteckten Orten. Ich lade Sie ein zum Ankommen und Verweilen...


 

Gedankenbilder

 

Hobbys, denk ich, hab ich viele,

die alle mindest mit dem Ziele,

mich recht gut zu unterhalten

und mein Leben zu gestalten.

 

Wenn ich kein Gedicht „kreiere“,

mich in Phantasie verliere

und auch kein buntes Bild mir mal’,

greif ich zum Mittel dieser Wahl.

 

Dann such ich Garn in allen Taschen

und häkele einfach viele Maschen

in einer netten kleinen Stunde

Gedankenbilder mir in Runde.

 

Sind die Gedanken leicht und hell,

geht das alles ziemlich schnell.

Doch treibt sie mal die Schwere an,

man viele Löcher sehen kann.

 

Dann ist das Werk nicht gut gelungen,

sag ich selbst mit spitzen Zungen,

doch das nehme ich in Kauf

und trenn’ dann alles wieder auf.

 

Karin Fluche 9/14

 

 

Nur ein Gedanke

 

Krähenpaar in leeren Zweigen

rhythmisch leis vom Wind gewiegt,

er, der schwerere von beiden,

höher sitzt, doch tiefer liegt.

 

Schauen über alle Wipfel,

können keine Sonne seh’n,

sie trägt stolz ein weißes Tüpfel,

er findet es ganz wunderschön.

 

Und dann geben sie sich Kunde,

 krächzend durch den Nebeltag:

 „Komm, wir fliegen eine Runde

übern See, in Feld und Park“

 

Es dauert eine kleine Weile,

ehe sie zurückgekehrt,

das Krähenpaar hat  keine Eile,

 ihre Zeit ja niemand stört.

 

 

Eine Zeit, still vor dem Fest,

 vielleicht können sie es fühlen,

 was sich nicht beweisen lässt...-

 Nur ein Gedanke von sehr vielen...

 

Karin Fluche 11/14

 

 

Rastlose Zeit

 

Stets hab ich es eilig,
ich, - Eure Zeit.
Kein Tag ist mir heilig,
keine Trauer, kein Leid


kann groß genug sein
in mein Geschehen
zu legen den Stein.
Ich kann alles sehen...

doch niemals Dich fragen:
Ist es Dir recht
an diesen Tagen
oder eher schlecht,

wenn ich noch bleibe?
Wirst Du je es verstehen,
dass ich Stillstand vermeide?
Nun, man wird sehen...

Karin Fluche 10/14

 

 

Bestimmte Dinge einfach lieben,

manche einfach zu verschieben,

bestimmte Dinge einfach meiden,

manche einfach zu erleiden.

Bestimmte Dinge einfach sagen,

manche einfach nur beklagen.

Bestimmte Dinge einfach wissen,

manche nicht begründen müssen.

Bestimmte Dinge einfach träumen,

manche Dinge nicht versäumen...

 

So vieles ist dem Mensch gegeben

in einem langen Menschenleben.

 

Karin Fluche 6/13

Wind-Gedanken                                       

 

Der Wind begleitet unser Leben,

kann luftig leicht, so wandelbar,

Tag und Nacht Geschichten weben.

Ein großer Mime – offenbar.

...

 

Körperlos,  auf dieser Hand,

mit der Verliebte sich berühren.

Unendlich zart im warmen Sand

kann der Wind die Sehnsucht spüren.

 

Hin und wieder teilt er auch

eines Menschen Sterbestunden,

der mit seinem letzten Hauch

bald das Jenseits wird erkunden.

 

Heute lädt er Vögel ein,

auf seinen Flügeln Platz zu nehmen.

Ihr Reiseleiter wird er sein

auf ihrem Flug ins ferne Jemen.

 

Lebensfroh, voll Tatendrang

Singt der Wind und fegt die Blätter

Sehr ordentlich zum Straßenrand.

Das macht er gern bei jedem Wetter.

...

 

Und in einer rauen Nacht,

da ist er ein Zerstörer..

dann tötet er, gibt keine Acht,

ein zorniger Verschwörer.

 

Er tobt in seinem engsten Feld,

freut sich an Angst und Schreien,

zeigt seine Macht der ganzen Welt,

will Kirchen gar entweihen...

 

...

Nach dieser Nacht spricht er dann leise

und im Kamin liegt rot noch Glut -.

In fast kindlich-sanfter Weise:

„Komm, verzeih, sei wieder gut!“

 

Und so haucht er einen Kuss

auf ein ängstliches Gesicht..

Es ist ein  freundlich-lieber Gruss.

Mehr ... nicht!

 

Karin Fluche

Der Tag so kühl und nebelgrau.

mit Stunden, die verschwimmen.

Nichts ist so rar wie Himmelblau

Und munt’re Vogelstimmen.

 

Ich zünd’ mir  eine Kerze an,

freu mich an ihrem Schein,

denke an den Weihnachtsmann,

wie kann es anders sein?

 

 

Für den Dichter ist ein Lob

viel wichtiger als Butterbrot.

Es macht ja niemals wirklich satt,

als Hochgefühl man’s gerne hat

ein wunderbare Augenblick,

das wahrhafte Poetenglück"

 

Karin Fluche 10/2014

 

„Vornehmen“ und „Ausführen“

scheint ein leichter Weg

zu sein in einem Augenblick des Optimismus.

Doch dann ist der Pfad lang, steinig, dornig,

führt durch Berge voller Schwierigkeiten.

Da ist manche Kraft schnell erschöpft,

innerlich wie äußerlich.

 

Herbstspaziergang

 

Ich wünsche mir viele Tage wie diesen.

Mild und ruhig mit Tau auf den Wiesen.

Blätter entschweben sanft in die Stunden..

Noch einzelne Vögel Wolken erkunden.

Zwischen den Bäumen ein milchiges Licht.

Blinzelnde Sonne streift sanft mein Gesicht.

Ein lächelnder Tag mit zärtlichem Blick.

Du nimmst meine Hand. Wir gehen zurück.

 

Karin Fluche

 

 

Das Alter ist auch ein Gewinn,
schaut man mal genauer hin.
Da kann man einfach alles machen,
man kann auch darüber lachen,
wie and're sich mit Falten quälen,
um wenig Jahre aufzuzählen.
Oh, lass nach, Du Eitelkeit!
Die Zeit regiert und nur die Zeit...


Karin Fluche

 

Vergänglichkeit

 

Rose aus Eis auf festlicher Tafel

durchsichtig rein, ganz ohne Makel.

Sie sonnt sich in bewundernden Blicken,

die sie betrachten voller Entzücken.

 

Rose aus Eis im strahlenden Licht,

als sie leicht klirrend vom Stiel abbricht.

So traurig und still tropft sie dahin.

„Tränen aus Eis“ kommt mir in den Sinn.

 

Rose aus Eis, wie schnell läuft die Zeit.

Nur Fetzen noch übrig vom schimmernden Kleid.

Ihre Blätter schon grau und sehr viel blasser.

Was bleibt, sind schließlich drei Liter Wasser-

 

Karin Fluche 2013

Angstfarben

 

Der Himmel sieht drohend aus.

Hinter dunkel-filigranen Bäumen

flammendes Rot. Gelb verlaufend.

Das Dunkel sinkt schnell tiefer.

Schwarzer Vorhang  mit hellen Rissen.

 

Ein Naturbild, das mich ängstigt,

weil es Bilder in mir wachruft,

die Mutter und Oma erzählten.

Krieg, - in dem ich ein Kind war.

Ich atme tief und zünde ein Licht an.

 

Karin Fluche

 

Magdeburg – Meine Stadt

 

Ich bin hier geboren, lebe gern hier,

und sterbe wohl irgendwann in Dir.

Hab’ hier geliebt, gelacht, geweint, -

zerstört,  aufgestanden, nun vereint.

Bin in Dir gereift, nicht mehr klein

und stolz, Magdeburgerin zu sein..

 

Zweitgrünste Stadt am blauen Band,

Elbe, Rothehorn, Jahrtausendturmland.

Otto von Guericke, Kaiser Otto,

Otto-Stadt ist unser Motto.

Dom St. Mauritius und Katharina,

Hunderwasser macht sich hier prima.

Gewächshaus und Zoo stechen heraus,

sehen so grün und freundlich aus.

 

Kloster Unser lieben Frauen,

Kunstmuseum, für alle, die schauen.

Rathaus mit dem Glockenspiel

ein Besucheransturmsziel.

Wasserkreuz und Wissenschaftshafen,

So viele Schiffe, die sich hier trafen.

Alles da und nichts ist mehr klein.

Ich bin stolz, Magdeburgerin zu sein!

 

Karin Fluche

Verbindende Gedanken

an grauen Regentagen

sind  irgendwie hilfreich,

diese Zeit zu ertragen.

 

Karin Fluche 7/11

 

Schreib es auf,

wenn Du es niemand sagen kannst,

Schreib es auf,

denn es ist dir wichtig.

Schreib es auf,

um nicht es zu vergessen.

Schreib es auf

für die, die es lesen werden.

Schreib es auf,

es kann einmal bedeutsam sein.

Schreib es auf,

später wirst Du es richtig finden.

 

Karin Fluche