Hibiskus - Karin Fluche
Hibiskus - Karin Fluche

Keine Sorge, ein Apothekenrezept ist diese Seite nun wirklich nicht!

 Ich habe hier einige Gedichte und Texte zusammengetragen,  also gemixt, die in keine der ausgewählten "Schubladen" wirklich passen, aber eigentlich zu schade sind, sie unter Verschluss zu halten...

 Diese Gedichtemixtur ist allgemein recht gut verträglich... :))

 - Eine Auswahl -

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Die Künstler und die Liebe

 Ein Maler malt ein Bild von der Liebe

von Erotik umhüllt.

Ein Musikant spielt ein Lied von der Liebe,

von Sehnsucht erfüllt.

Ein Dichter beschreibt seine Liebe

mit lyrischen Worten.

Ein Fotograph filmt die Liebe

an romantischen Orten.

Ein Schauspieler gibt gern in die Liebe

etwas Tragik hinein.

Ein Bildhauer meißelt seine Liebe

für ewig in Stein.

-

Ja, das sind eben die Künstler. ----

Und was sagen die andern -

– Menschen, so wie Du und ich?

Drei uralte Worte: „Ich liebe Dich.

 

 

Ein kleines Lächeln

 Ein kleines Lächeln,

das steht Dir so gut,

das steht Dir viel besser,

als ein topmodischer Hut.

 

Ein kleines Lächeln,

das schafft Vertrauen,

das bindet die Wärme

zwischen vier Augen.

 

Ein kleines Lächeln,

bei Eis und bei Schnee,

für einen Fremden,

das tut doch nicht weh.

 

Ein kleines Lächeln

für mich von einem andern,

und ich gebe es weiter,

ein Lächeln kann wandern.

 K.F.

 

See-Rosen im Winter

 

In diesen Tagen am Elbufer zu stehen,

das ist Romantik pur, ganz wunderschön.

Schleierhaft fern, von der Sonne umhüllt,

zeigt sich der Dom, gemalt wie ein Bild.

 

Und von der Johannis-Kirche, ganz schwach,

ist sichtbar das runde grünliche Dach.

Im schwarzen Wasser zu unseren Füßen,

da hört man es rauschen, gurgeln und fließen.

 

Eisschollen aus dem Reich der Phantasie,

wie See-Rosen auf Teichen, so scheinen sie.

Sie treiben voran, vereinigen, trennen sich,

und auf mancher, da sonnen Enten sich.

 

Sie fahren mit bis Hohenwarthe,

das ist heute gratis, ganz ohne Karte.

Dann steigen sie aus, schwimmen an Land,

watscheln weiter zu Fuß – Ziel unbekannt.

 

 Karin Fluche

3.2.06

 

 

Von Streitigkeiten, Ärgernissen usw.

 

Winzig kleine Streitigkeiten

haben’s manchmal drauf,

sich zu Ärgernissen auszuweiten,

und schon schaukelt Frust sich auf.

 

Eine Kränkung noch – wird zum Ballon,

wächst und dehnt sich massig aus,

ist kaum aufzuhalten schon,

die Haut ist dünn und platzt nun auf.

 

Knall und Bumm und Blitz und Krach,

jetzt wird die Meinung vorgegeigt,

selbst die Nachbarn werden wach,

des Lauschers Ohr zur Wand sich neigt.

 

War das wirklich unser Wille?

gibt man später zu bedenken.

Ist auch nicht schön, die Funk(en)stille.

Wer gibt nach, um einzulenken?

 K.F.

 

Wußten Sie schon, daß Lärm gesund ist..? :)))

 

Mein Arzt sagte neulich:

viel Lärm, der macht krank.

Doch ich kann’s widerlegen.

Gott sei Dank.

 

Ich war kürzlich verreist,

es ging in den Süden.

Ich hoffte Ruhe zufinden,

fand Lärm nur hinieden.

 

Richtiger Lärm, -

Tag und Nacht,

hat meine Ohren

wieder auf Zack gebracht.

Ich pfeife jetzt munter

auf leise Töne.

Hör‘ nur noch ganz Lautes,

das ist das Schöne.

 

Lärm ist gesund,

auch für Muskeln und Knochen.

War es zu laut,

da hab ich mich verkrochen.

War stets auf der Suche

nach einem stilleren Ort,.

hatte immer Bewegung ,

denn Ruhe ist Mord.

 

 

Endlich zu Hause,

ich war rundherum fit.

Beim nächsten Lärm-Urlaub

mach‘ ich unbedingt mit.

Halte nichts mehr

von Urlaub in Ruhe.

Ach, ist das gräßlich,

das sanfte Getue.

K.F.

 

 

Glückspfennig

 Heute morgen, vor drei Stunden

Hab einen Pfennig ich gefunden.

der halb blind, verkrustet, verdreckt

sich auf der Straße vor mir versteckt.

 

Ich pflege und poliere ihn,

so glänzt er wieder wunderschön.-

Ich glaube an ihn, so tief und fest,-

daß er das Glück mir bringen lässt.

 

Glück, daß gerade ich ihn gefunden –

Heute morgen, vor wenigen Stunden.

 Karin Fluche 2009

 

Meine Farbe „Grün“

 Ich habe es gern,

mein liebes Grün,

 als Glitzerstern, im neuen Kleid,

als Wohnungswand, zur Frühlingszeit.---

An meiner Hand der Ring mit Stein,

in grüner Zier, das möchte sein.

 Ich hab es gern,

mein liebes Grün...

 als Tannenbaum, im Blumentopf -

mein Sommertraum,... als Wassertopf.

Ein grünes Pflaster auf der Wange –

Nun - davor wär’ mir auch nicht bange...

 Ich hab es gern –

Mein liebes Grün...

Ein Hoffnungsgrün auf Schirm und Hut

Ich glaub sogar, es steht mir gut...

Das Grün ist mir stets erste Wahl

Bei schönsten Farben ohne Zahl .

 Ich hab es gern, -

Mein liebes Grün...

Karin Fluche

 

Viel zu oft...

Ich will nichts mehr begründen,

beweisen oder erfinden –

Will für mich allein entscheiden,---

Und so soll’s auch stehen bleiben....,

weil viel zu oft gehört im Leben:

„Warum???- Begründe mal eben...“---

 

Karin Fluche

 

Nur kurz gelebt...

 Jahrzehnte lang lag er im Sand,

Ein glatter, flacher, grauer Stein,

an des nahen Ufers Rand

unscheinbar und nicht allein.

 

Es passierte ihm ein Wunder

In der schönen Ferienzeit.

Was ja noch geschieht mitunter,

die andern sahen’s voller Neid.

 

In dem Stein war plötzlich Leben,

ehe er’s noch recht bedacht, -

Fliegen, hüpfen oder schweben -

fast hätte er vor Glück gelacht.

 

Und so sprang er übers Wasser,

drei/vier große Bogen lang,

wurde dabei etwas nasser,

doch das machte ihn nicht bang.

 

Der fünfte Bogen war zuviel,

und mit einem Seufzer – leise,

kam der Stein ans Lebensziel.---

vom Ufer sah man seine Kreise.

 

Karin Fluche 2009

 

Abgewiesen...

 Zwei Sternschnuppen im Weltenall.

War das nicht ein großer Zufall???

Die eine sagte irgendwann:

„Ich liebe Dich, mein guter Stern“.

Ein Schweigen strömte durch den Raum,-

dann war’s zu überhören kaum:

„Ich Dich nicht, Du kleine Puppe ---

Du bist mir nämlich gänzlich schnuppe.“---

Flog dann davon in fremde Fernen

Und vielleicht zu andern Sternen.

Die andere, die sich so bemühte,

traurig hier und jetzt verglühte....

 Karin Fluche 3/2010

 

 

 

Bademoden...

Oh, Sommerlaune - Badezeit

Mit dem schicken Badekleid.

Wie auf ‚nem alten Bild zu sehn..

Das war um Neunzehnhundertzehn              

 

Was den Herren von Interesse.

Verbarg man stets mit Raffinesse.

Da war noch wirklich „raten“ dran,

was ja auch ganz schön sein kann.

---

Später hundert Jahre dann...

Badezeit bei Frau und Mann....

Man lobt die neue Bademode

Und dieses ja, das hat Methode.

 

Es wird fast alles freigelegt,

weil Sonne ja den Körper pflegt.

Nur ein paar Blümchen hier und da,

Träger sind nicht wirklich da....

 

Katz’ nicht mehr im Sack gekauft,

im nächsten Jahr ein Kind getauft..,

Bei Bademoden kurz und knapp:

Einwohnerpegel kommt in Trapp.

 Karin Fluche 6/2010

 

Zum Bild „Der arme Poet“

 Von Carl Spitzweg

 

 Ach, der arme Poet...

Wie bescheiden er lebt

Im stillen Kämmerlein

Mit sich ganz allein...

.

Er schreibt mit Behagen

An“ tropfenden“ Tagen

Mit Schirm überdacht,

nur ein Licht in der Nacht...,

 

eine Decke am Knie

und er schreibt Poesie...,

gefühlvolle Worte

am traurigen Orte.

 

Dann ist er schwer krank...

Vier Wochen, -sehr lang.....

Vom Fieber genesen

Und schon will er lesen...

 

Ach, wie ist er entsetzt,...

Seine Blätter zerfetzt...

Es trägt sie der Wind

als „Tauben“ fürs Kind.

 

Doch als wahrer Poet

Darüber er steht.---,

Verse, die nur ihm gehören,

niemand wird sie je zerstören.

 Karin Fluche

 

Manche Situationen

wären einfach nur zum Lachen,

wenn es nicht der Augenblick

erfordern würde,

ein ernstes Gesicht zu machen...

Welch ein Glück, lachen zu können,

wenn man es nur wollte...

 

Karin Fluche

 

„Buchhalter“-Erotik

 Zwei „Buchhalter“ tun es im Bücherregal.

„Was“? ist die Frage und völlig normal.

Sie stehen seit Jahren Rücken an Rücken,

völlig nackt und aus ganz freien Stücken.

 

Ist das verboten? Nur heimlich erlaubt ?

Sie werden zudem nicht häufig entstaubt.

Heut’ macht das Luise, ein süßes Mädel,

aus Liebe zu ihnen mit einem Staubwedel.

 

Zärtlich berührt sie „Heinrich und Walter.“

So nennt sie vertraut die beiden „Buchhalter“..

Dann nimmt sie eines der trockenen Tücher,

wischt seufzend über den Rücken der Bücher.

Karin Fluche

 ...